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Absolver – Faustkampf trifft Dark Souls

Ein Spiel, dass vor etwas mehr als einer Woche von Devolver Digital veröffentlicht und von Sloclap entwickelt wurde. So schön Absolver auch aussieht und so gut es sich auch spielt, so hat es leider auch einige Probleme. Ein Kampfspiel, was für viele zu wenig Dark Souls und zu viel PvP ist.

Für die meisten von euch ist dieser Titel sicherlich ein Fremdwort, andere haben sicherlich schon davon gehört, wurden jedoch von den User Reviews auf Steam abgeschreckt. Ich, Rune, habe eine gewisse Zeit mit Absolver verbracht und werde euch nun meine Eindrücke berichten.

 

Absolver’s guter erster Eindruck

Ihr beginnt Absolver und werdet zunächst aufgefordert einen Charakter zu erstellen, sowie einen Kampfstil auszuwählen. Diese sind zunächst in 3 Kategorien eingeteilt und verschiedenen Schwierigkeitsstufen zugeordnet. Nach einer kurzen Zwischensequenz werdet ihr auch schon direkt in ein Tal geschmissen ,um euch erklärt zu bekommen wie das Spiel funktioniert. Das Tutorial erklärt ganz gut wie ihr anvisiert und wie ihr das etwas außergewöhnliche Kampfsystem verwendet. Auf dieses werde ich später nochmal eingehen. Zunächst sei jedoch gesagt, dass ihr nahezu das gesamte Spiel über nur im Faustkampf spielen werdet. Nachdem ihr euch also durch das Tutorial geprügelt und getreten habt, landet ihr in einer kleinen Halle und findet euren ersten Checkpoint. Von hier an öffnet sich Absolver  und lässt euch hingehen wo ihr wollt. Euer Ziel? Die sechs gezeichneten, sowie die zwei Bosse zu besiegen.

Eine zerstörte und doch schöne Welt

Sobald ihr die Halle verlasst, landet ihr entweder in alten Ruinen, einer Hafenstadt oder, abhängig von dem Pfad den ihr wählt, in einem Wald. Wo auch immer ihr hingeht, ihr werdet dort von den netten örtlichen Obdachlosen mit Faustsalaten und Tretbolognese begrüßt. In den Momenten, in denen ihr nicht versucht eurem gegenüber davon zu überzeugen, dass seine Hand nichts in eurer Kehle zu suchen hat, werdet ihr sehr schnell feststellen, wie schön der Artstyle doch ist.  Detaillierte Bäume, atmosphärische Texturen und eine Stadt, bei der ihr das Gefühl habt ihr seid ca. 200 Jahre zu spät um alles in ihrer Prime-Time zu erleben. Aber in einem guten Sinne.

 

Worum geht es?

Nun… Diese Frage fällt mir schwer zu beantworten. Absolver erzählt einem tatsächlich wenig direkt darüber was in dieser Welt geschieht und geschah. Man findet hier und da einen NPC, der einem etwas über die Welt erzählt, mehr aber auch nicht. Das Spiel beginnt lediglich mit einer Szene von eurem Charakter auf einem Gebäude mit unzähligen anderen. Euer Charakter wird asugewählt, erhällt eine Maske und wird direkt ins Spiel geschmissen. Für mich ist dies in Ordnung, ich lege keinen großen Wert auf Story, wer dies jedoch anders sieht, sollte dieses Spiel vermutlich vermeiden.

Ein Gewöhnungsbedürftiges Kampfsystem

Schnallt euch an, denn dies kann kompliziert werden: Ihr habt nur zwei Tasten zum Angreifen. Eine, welche eure normale Kombo ausführt und eine andere, welche wiederum eure „Stellung“ wechselt. Ihr habt 4 Stellungen: Zum Gegner-schauend links, sowie rechts und mit dem Rücken zum Gegner, ebenfalls links und rechts. Jede dieser Stellungen bestimmt welche Angriffe ihr ausführen könnt und jeder Angriff wiederum bestimmt in welcher Stellung ihr enden werdet. Somit könnt ihr mit Kombos von einer Stellung in die nächste und wieder zurück, wie auch immer ihr wollt. Absolver gibt euch einige Angriffe zum Spielbeginn, basierend auf dem Stil, den ihr am Anfang ausgewählt habt. In einem Menü könnt ihr festlegen, welcher Angriff von welcher Stellung aus verwendet werden soll. Vieles könnt ihr daran jedoch fürs erste nicht ändern, da ihr im Laufe des Spiels mehr Angriffe lernt und somit euren Kampfstil individuell gestalten werdet.

Build-A-Combo

Die Kombos müsst ihr euch selber zusammenstellen. Wie bereits gesagt, jeder Angriff hat eine Startstellung und eine Endstellung. Ihr könnt jeder der Starthaltungen ein bis drei Angriffe zuweisen, bevor der nächste Knopfdruck dort weitergeht, wo der letzte aufhört. Solltet ihr das Gefühl haben, dass der nächste Schlag oder Tritt zu vorhersehbar ist, so könnt ihr mittels des zweiten Angriffknopfes schnell in einen Alternativen Angriff über gehen, der euch erlaubt von dessen Endpunkt erneut eine Kombo zu beginnen. Jedoch müsst ihr alle Angriffe selber festlegen. Sämtliche der Kombos, 12 Slots für normale Angriffe und 4 für die Alternativen, müsst ihr euch entsprechend selber aussuchen und auf eine Art verbinden, dass ihr damit umgehen könnt.

 

Immer im Rhytmus bleiben!

Jeder Angriff lässt euch zu einem Zeitpunkt gelb leuchten. Wenn ihr zu diesem Zeitpunkt erneut eine Angriffstaste drückt, so wird der folgende Angriff schneller ausgeführt und somit schwieriger zu vorhersehen. Es ist unglaublich zufriedenstellend eine gesamte Kombo in diesem Rhytmus hinzubekommen und wenn man dies mit Angriffen kombiniert, die gleichzeitig auch ausweichen können, fühlt man sich schnell wie in einem Action-Film. Ausweichen, blocken und Kontern sind das A und O in diesem Spiel und zudem auch wie ihr an neue Angriffe kommt. Leider erzählt euch das Tutorial hiervon nie. Durch erfolgreiches Blocken, Kontern und Ausweichen eines Angriffs erhällt euer Charakter Erfahrung von diesem. Habt ihr dies oft genug getan, lernt ihr den Angriff und könnt ihn selber in Kombos einbauen.

Online Melee Action

Wie der Untertitel verrät, es wird großen Wert auf den Online Aspekt gelegt. In jeder Zone können sich bis zu 4 Personen aufhalten. Welche dies sind wird per Zufall ermittelt. Ob diese Leute freundlich sind oder nicht ist ebenfalls nicht direkt erkennbar. Ich hatte Begegnungen, in denen mir von jemandem Geholfen wurde, nur um daraufhin von ihm verprügelt zu werden. Jedoch auch Momente, in denen ich durch ein ganzes Gebiet mit den gleichen in netter Koop Action lief. Jedoch ist es ebenfalls möglich eine private Lobby mit Freunden zu eröffnen. Ich würde jedoch sagen, dass dies nicht zwingend das Interessanteste ist. Absolver lebt in meinen Augen dann wirklich auf, wenn zwischen dir und dem nächsten Boss nur ein zufälliger Spieler steht und ihr euch nicht sicher seid, wer die größere Bedrohung ist.

Mehr Freund als Feind

Diese unsichere Art des Multiplayers sollte im Optimalfall dafür sorgen, dass man sich nicht sicher ist, wie sich der Gegenüber verhalten wird. Jedoch gibt es tatsächlich keinen Grund einen anderen Spieler anzugreifen. Jeder Spieler bewegt sich gleich schnell, was es unmöglich macht einen Spieler zu jagen und neue Angriffe werden nur gelernt wenn er / sie sich wehrt. Ein Sieg bedeutet nur, dass der Verlierer nochmal durch das Gebiet gehen muss, während man als Sieger nichts erhällt. Ich finde dies ist eine vergeudete Chance, Spieler sowohl für Ko-op als auch für PvP in Gebieten zu belohnen wäre eine bessere Variante in meinen Augen gewesen.

Die Prüfungen

An jedem Ort zum Ausruhen werdet ihr eine Möglichkeit finden „Prüfungen“ zu starten. Viele Spieler, inklusive mir, hielten dies für erweiterte Tutorien, sind jedoch tatsächlich PvP Arenen. Hier könnt ihr euren Charakter weiter trainieren, nachdem ihr das Spiel durch oder einfach keine Lust mehr auf NPCs habt. Das PvP funktioniert so wie es soll, ich habe in meinen Kämpfen nie ein Problem mit der Verbindung zum Server oder zu meinem Gegner gehabt. Aber diese Arenen sind das, womit ihr laut Absolver die meiste Zeit verbringen solltet. Dementsprechend muss ich leider sagen, dass ich hiermit die wenigste Zeit verbracht habe.

Alles muss ein Ende finden

Ich werde hier nicht sagen, wie Absolver endet. Ich werde jedoch sagen, dass ich lediglich 5-6 Stunden benötigt habe, um dieses Spiel durchzuspielen. Alle Bosse besiegt, alle Secrets gefunden. Das liegt daran, dass Absolver als Kampfspiel angesehen werden möchte und nicht als Singleplayer-Erfahrung. Absolver hat dies jedoch leider nicht wirklich klar gemacht, womit sich sehr viele Leute, inklusive mir, sich mehr von der Kampagne erhofft haben. Ich persönlich hätte mir auch mehr Singleplayer gewünscht. Man hat gerade das Gefühl alles verstanden zu haben und ist bereit es mit dem nächsten Gegner aufzunehmen und dann: Poof. Credits. Schade eigentlich.

Einen Blick Wert!

Wer sich nicht an dem heftigen Preis von 30€ für ein vergleichsweise kurzes Spiel stört und wer 3D-Kampfspiele mag, wird hier auf jeden Fall gefundenes Fressen haben. Anderen empfehle ich entweder auf einen Preissturz zu warten oder dieses Spiel komplett zu ignorieren.

6.3
Artstyle:
9.2
Gameplay:
8.5
Einsteigerfreundlichkeit:
4
Preis / Leistungsverhältnis:
3.5

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